jugend_debattiert_logoWas ist „Jugend debattiert“?

Eine Demokratie braucht Menschen, die kritische Fragen stellen. Menschen, die aufstehen ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer auseinandersetzen. Menschen, die zuhören und reden können. Menschen, die fair und sachlich debattieren. Das ist die Grundidee von Jugend debattiert und deswegen führen wir diesen Wettbewerb an unserer Schule durch. Jede Debatte ist Wettbewerb: Wettstreit um das bessere Argument. Der Gegensatz von pro und contra fordert von selbst zum Vergleich heraus. Nicht nur auf dem Markt, auch geistig gilt: Konkurrenz belebt das Geschäft. Und was motiviert junge Menschen stärker als ein Wettbewerb? Zugleich ist Wettbewerb ein wichtiges pädagogisches Instrument, vorausgesetzt, der Wettbewerb ist so gestaltet, dass jeder etwas für sich gewinnen kann. Im Rahmen eines Wettbewerbs kann man z. B. lernen, was Leistung, Fairness und Ausdauer bedeuten, wie wichtig und wie relativ Erfolge letztlich sind, und dass es vor allem darum geht: dabei zu sein, dran zu bleiben und eigene Grenzen zu überschreiten. Gute Debatten verlangen gute Vorbereitung. Wer mitreden will, muss die Fakten kennen und blitzschnell reagieren können. Dazu muss man üben und trainieren. Spürt man den Fortschritt, bekommt man Lust, sich auch mit anderen zu messen. Diesem Wettbewerb und dieser Vorbereitung stellen sich unsere SchülerInnen.

Regeln:

Der Wettbewerb richtet sich an die SchülerInnen der Jahrgänge 8-10 als auch an die Oberstufe. Debattiert werden aktuelle politische Streitfragen. Jede Frage ist so zu stellen, dass sie nach einer konkreten Maßnahme fragt und nur mit ›Ja‹ (= pro) oder ›Nein‹ (= contra) beantwortet werden kann, z. B.: Soll an unserer Schule einheitliche Schulkleidung eingeführt werden?

Debattiert wird zu jeweils vier Personen. Zwei sprechen sich für, zwei gegen das Gefragte aus. Einen Gesprächsleiter gibt es nicht.

Die Debatte gliedert sich in drei Teile: Eröffnungsrunde, Freie Aussprache und Schlussrunde. In der Eröffnungsrunde beantwortet jeder Teilnehmer die Streitfrage aus seiner Sicht. Dann wird die Aussprache in freiem Wechsel fortgesetzt. Nach Ende der Freien Aussprache beantwortet jeder Teilnehmer die Streitfrage im Lichte der geführten Debatte ein zweites Mal (Schlussrunde).

In der Eröffnungsrunde beginnt, wer die Änderung des bestehenden Zustands wünscht. Rede und Gegenrede wechseln einander ab. In der Eröffnungsrunde darf jeder Teilnehmer ohne Unterbrechung zwei Minuten sprechen. Die Freie Aussprache dauert insgesamt zwölf Minuten. In der Schlussrunde ist die Redezeit jedes Teilnehmers auf eine Minute begrenzt. Die Teilnehmer sprechen in gleicher Reihenfolge wie in der Eröffnungsrunde. Dabei steht es jedem frei, seine Position gegenüber der Eröffnungsrunde zu verändern. In der Schlussrunde sollen nur Gründe vorgetragen werden, die bereits in der Eröffnungsrunde oder in der Freien Aussprache genannt worden sind.

Jugend debattiert an unserer Schule

Unsere Schule nimmt seit 2004 am Wettbewerb „Jugend debattiert“ teil. Durch Beschluss der Schulkonferenz vom 16.12.2009 wurde die Teilnahme nochmals bekräftigt. Gut 10 Lehrer haben mittlerweile die Ausbildung zum „Jugend debattiert-Lehrer“ durchlaufen. So kann das Projekt in den unterschiedlichsten Fächern (Deutsch, Gesellschaftslehre, Praktische Philosophie, Religion, Sozialwissenschaften) angeboten werden. Damit es keine Doppelungen gibt, finden nach den Sommerferien Gespräche der beteiligten LehrerInnen statt. Zusätzlich findet in jedem Schuljahr für den Jahrgang 9 ein „Workshop Jugend debattiert“ statt. In diesem werden auf zwei Tagen verteilt Übungen zum Debattieren durchgeführt. Aus allen sechs neunten Klassen bekommen so jeweils vier SchülerInnen diese besondere Möglichkeit ihre Fähigkeiten zu verbessern. In der Jahrgangsstufe 10 haben diese SchülerInnen die Möglichkeit an einem halbtägigen Workshop teilzunehmen, indem sie das im Vorjahr gelernte vertiefen.

Die jeweiligen SiegerInnen ihrer Klassen bzw. ihrer Kurse und der Workshops treten dann in schulinternen Wettkämpfen gegeneinander an (nach Sek.I und II getrennt). Vor großem Publikum gibt es dann das Schulfinale, aus dem jeweils zwei TeilnhmerInnen sich für das Regionalverbundfinale qualifizieren. Mehrmals konnten sich in den letzten Jahren SchülerInnen der IGP auch dort für die nächste Runde, d. h. das Landesfinale NRW qualifizieren.

Die Bedeutung von „Jugend debattiert“ für unsere Schule

Die IGP integriert den Wettbewerb in den normalen Unterrichtsablauf. Der Wettbewerb erweist sich als alltagstauglich, indem ethische, religiöse, politische, soziologische oder ökonomische Themen in die spezielle Form von „Jugend debattiert“ eingebracht werden.

Die Rückmeldung der SchülerInnen zeigt uns zum Einem, dass sie von den vielen, oft spielerischen Übungen begeistert sind. Zum Anderen verweisen sie darauf, dass sie von den erlernten Fähigkeiten beim Debattieren in allen Fächern profitieren. Sie erhalten eine sprachliche Ausbildung, Einblicke in aktuelle politische Streitfragen und müssen zu eigenen Stellungnahmen gelangen. Auch die Fähigkeit zum Perspektivwechsel erscheint den Schülerinnen eine besondere Qualität von „Jugend debattiert“ zu sein.

Jugend debattiert richtet sich gerade an die SchülerInnen, die bereit sind, mehr leisten zu wollen als andere. SchülerInnen, die gerne reden, aber sachlich wenig zu sagen haben, können sich in diesem Wettbewerb nicht durchsetzen. Die spezielle Form des Debattierens gibt gerade ruhigen, aber leistungsstarken SchülerInnen die Möglichkeit sich zu präsentieren. Die festen Rahmenbedingungen bieten Ihnen die nötige Sicherheit ihre besonderen Fähigkeiten auch wirklich zu zeigen.

Weitere Informationen: www.jugend-debattiert.de