Mit einem Absolventen der IGP auf den Spuren des britischen Automobildesigns

02.09..2016 – 14 Schülerinnen der Integrierten Gesamtschule Paffrath kamen zum krönenden Abschluss ihres Projektes „Auto der Zukunft – (M)eine Idee weiter“ in den Genuss einer exklusiven Führung durch die britischen Universitätsstadt und dem ehemaligen Zentrum des englischen Automobilbau, Coventry.

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Möglich wurde dieser aufregende Tag durch die Vermittlung von Joscha Wasser, einem ehemaligen Schülers der IGP. Joscha Wasser studierte nach seinem Abitur in 2011 Transport-Design in der Coventry University und schreibt nun in Zusammenarbeit mit Horiba-Mira, einem Automobil-Forschungszentrum, an seiner Doktorarbeit.

Dennoch nahm er sich für die 14 Schülerinnen seiner ehemaligen Schule Zeit und gestaltete ein ebenso interessantes wie informatives Programm, wobei ihm neben der Ortskenntnis vor allem seine sehr guten Kontakte zu den Professoren der Coventry University zu Gute kamen.

auto1Bereits um 7 Uhr Ortszeit landete der Flieger mit den Schülerinnen in Birmingham und eine knappe Stunde später kam es in Coventry beim „English Breakfast“ mit heißen Bohnen, Würsten und geschmorten Tomaten zu einem ersten sehr willkommen Kontakt mit der britischen Lebensart. Danach stand der Besuch des neu gestalteten Museums für Automobilgeschichte auf dem Programm. Viele bekannte Firmen aus Coventry wie Singer, Triumph, Daimler, Morris oder Rover werden anhand von Fahrrad-, Motorrad- und vor allem Automobil-Exponaten in ihrer Entwicklung dargestellt. Im vergangen Schuljahr beschäftigten sich die 14 Mädchen der 8. und 9. Klasse des NW-Kurses an der IGP im Rahmen des Projektes „Auto der Zukunft – (M)eine Idee weiter“ mit dem Design zukünftiger Automobile. Jetzt konnten sie an vier Original Clay-Modellen, einem speziellen Ton für die Anfertigung von dreidimensionalen Automodellen, aktiv erleben, wie Studenten in den Ateliers der Fakultät „ Art & Humanities“ an diese Arbeit herangeführt werden. Handgefertigte Clay-Modelle sind auch heute noch der entscheidende Schritt bei der Umsetzung von zweidimensionalen zeichnerischen Entwürfen auf dem Papier bis zum finalen Prototyp. Die Schülerinnen waren sichtlich beeindruckt von dem Modellbau Spezialist Dennis Hall, Leiter des Clay Studios an der Universität, der sich für die jungen Besucherinnen vier Stunden Zeit nahm, alles genOLYMPUS DIGITAL CAMERAau und einfach erklärte, sie im Werkzeuggebrauch anleitete und motivierte, an den Modellen eigene Linienführungen auszuprobieren und ihre Ideen kreativ umzusetzen. Gleichzeitig war es schön zu erleben, wie unproblematisch die Verständigung auf Englisch war und dass die Schülerinnen sehr konzentriert und ohne Scheu das Angebot nutzten an den Modellen eigene Ideen auszuprobieren. Letzteres sicherlich ein Ergebnis der intensiven Beschäftigung mit diesem technischen Thema in Theorie und viel Praxis. Im Rahmen des Projektes mussten die Schülerinnen ihre Ergebnisse anderen Schülerinnen und auch Frau Ministerin Löhrmann präsentieren. Herr Hall war von der Ernsthaftigkeit, dem Geschick und dem Interesse mit dem die Mädchen zu Werke gingen, sehr beeindruckt. Ein weiteres Mitglied der Hochschule, Prof. John Willcox präsentierte den Mädchen die Abschlussarbeiten des vergangenen Jahrganges. In über drei Monate hinweg gefertigte, fertig lackierte, sehr schöne und teure Clay-Modelle mit denen die Absolventen sich dem Wohl und Wehe einer harten Jury aussetzen müssen, die über ihre berufliche Zukunft entscheiden.

Hier lernten die Schülerinnen der IGP, dass nicht alles was als Modell elegant und sportlich aussieht, als reales Auto auch funktioniert. Während exotische Designstudien viel Aufmerksamkeit erregen, aber nie gebaut werden, ist das aktuell erfolgreichste Automobil der Ford Fiesta. Ob dieser Wagen als Modell den Schülerinnen aufgefallen wäre?

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Rechtzeitig zum „Afternoon Tea“ war die Stadtralley zur Geschichte Coventrys zu Ende. Mit Tee, britischem Gebäck wie Scones oder Brownies und Sandwiches stärkten sich die Schülerinnen für das abschießende Shopping und den Rückflug um 20 Uhr nach Düsseldorf.

Irmgard Wasser und Jochen Prinz, die das Projekt und den abschließenden Ausflug mit geplant und begleitet haben, ziehen das Fazit, dass es für die Europaschule IGP erstrebenswert sei den Kontakt zu ihren Absolventen im Ausland zu halten. Kontakte und sogar Besuche zwischen ehemaligen und aktiven Schülern bieten die Möglichkeit eine erweiterte Perspektive zum Leben und Arbeiten im europäischen Wirtschaftsraum zu bekommen. In diesem Sinne geht der Dank an Joscha Wasser und an alle Beteiligten, die diesen Ausflug möglich gemacht haben.

Insbesondere an die FORD-Stiftung im Rahmen des Projektes „Auto der Zukunft – (M)eine Idee weiter“ Mädchen entwickeln Autos, das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW und den Förderkreis der IGP für die finanzielle Unterstützung.